Steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung

Dominik Leipold

Die Bundesregierung hat am 22.05.2019 den Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung (FZulG) beschlossen. Bei der Förderung geht es um die Entlastung für Unternehmen, die Grundlagenforschung, angewandte Forschung oder experimentelle Entwicklung betreiben, beispielsweise auch in Form von Kooperationen mit Hochschulen oder ähnlichen Einrichtungen. Förderfähig sind alle Vorhaben, deren Tätigkeiten nach Inkrafttreten des Gesetzes begonnen werden, wahrscheinlich ab 01.01.2020.

Anspruchsberechtigt sind hierbei alle nach dem Einkommen- oder Körperschaftsteuergesetz beschränkt oder unbeschränkt steuerpflichtigen Unternehmen. Es sind grundsätzlich auch Kumulierungen mit anderen Förderungen möglich, jedoch können dieselben Aufwendungen nicht doppelt gefördert werden.

Die Feststellung der Förderfähigkeit eines Vorhabens wird hierbei einer dem Finanzamt unabhängigen Stelle obliegen, die allerdings noch nicht näher benannt ist und eine Bescheinigung ausstellt. Der Antrag auf Forschungszulage kann dann jeweils nach Ablauf eines Wirtschaftsjahres, in dem Aufwendungen für begünstigte FuE-Vorhaben getätigt wurden, beim zuständigen Finanzamt gestellt werden.

Bemessungsgrundlage für die Zulage ist die Summe der Bruttoarbeitslöhne der Arbeitnehmer, die in einem begünstigten Vorhaben forschend tätig sind, multipliziert mit dem Faktor 1,2, maximal aber 2 Millionen €. Es können außerdem auch Aufwendungen für Mitarbeitende Gesellschafter von Kapital- und Personengesellschaften sowie Einzelunternehmer miteinbezogen werden. Die steuerfreie Forschungszulage beträgt 25% der Bemessungsgrundlage, also bis zu 500.000 €. Bei verbundenen Unternehmen beträgt der Höchstbetrag der Forschungszulage im ganzen Konzern 500.000 €.

Beispiel:
Arbeitslohn Forscher 1                                                      65.000,- €
+ Arbeitslohn Forscher 2                                                  + 60.000,- €
= Summe förderfähige Aufwendungen             125.000,- €
Förderfähige Aufwendungen × 1,2                                 × 1,2
= Bemessungsgrundlage                                         150.000,- €
25 % der Bemessungsgrundlage                                      × 0,25
= Forschungszulage                                                   37.500,- €

Wir weisen darauf hin, dass das Gesetz noch nicht beschlossen ist und sich deshalb noch Änderungen an der Ausgestaltung ergeben können. Für weitergehende Fragen wenden Sie sich jedoch jetzt schon gerne an uns, so können die Weichen frühzeitig gestellt werden.

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